Weissabgleich bestimmen mit der Graukarte / Kamera oder Lightroom

Der Weissabgleich

Nachdem ich im letzten Bericht erkläre wie man mit der Graukarte die Belichtung in der Objekt- und Lichtmessung einsetzt, sollte ich nicht vergessen wie man mit einem so praktischen Hilfsmittel auch noch den Weissabgleich bestimmen kann.

  1. Messung mit der Kamera bei der Verwendung von .jpg
  2. Einstellen über einen RAW- Konverter wie Lightroom
  3. Die Lichttemperatur schätzen

Und wie hab ich es früher gemacht?

Im Analogen Fotografieren hatte ich früher nur die Möglichkeit einen Kunstlichtfilm einzusetzen oder einen teuren Filter zu kaufen und beides hat nicht wirklich gut funktioniert. Das war mit ein Grund warum ich Schwarz Weiss Fotografieren so toll fand, da hatte man das Problem nicht (siehe auch am Ende den Abschnitt „Das Titelbild“)

Hier das gleiche Foto mit verschiedenen Einstellungen des Weißabgleich:

  1. Farbtemperaturmessung mit der Kamera:

    Da ich nur Nikon Kameras besitze, werde ich das Vorgehen an diesen erklären. Ich gehe davon aus, da die Kameras heute alle einen sehr ähnlichen Funktionsumfang haben, so dass Ihr die Funktionen auch bei Leica, Hasselblad, Canon, Fuji etc.. finden werdet. Ansonsten überspringt und geht direkt zu Nr. II weiter.
    Solltet Ihr im jpg. Format fotografieren so ist ein späteres korrigieren des Weissabgleich nicht mehr möglich. Deshalb meine Emfehlung, wenn es für Modeaufnahmen, Reproduktionen oder Produktaufnahmen wichtig ist, wählt auf jeden Fall das RAW- Format. Ich beschreibe jetzt den einfachsten Weg aus meiner Sicht. Die Möglichkeit Im Menü eigene Messwerte z.B. von anderen Fotos zu übernehmen lest bitte im Handbuch nach.

    Vor der Aufnahme des jpg. Fotos muss die Farbtemperatur bestimmt werden. Dies geschieht, indem man im Modus A den WB- Knopf drückt und mit dem hinteren Einstellrad PRE wählt. Mit dem vorderen Einstellrad kann man dann den Speicherort d-1 bis d-6 frei einstellen. Jetzt kurz den Finger vom WB- Knopf und dann wieder drücken. Nach kurzer Zeit blinkt dann im Display PRE. (Immer noch WB drücken) Jetzt vollflächig die Graukarte fotografieren und die Farbtemperatur ist gespeichert. Alle Nachfolgenden jpg.`s mit PRE z.B. d-1 haben dann bei dem Licht die richtige Einstellung.
    Unter guten Lichtbedingungen nehmt Ihr die graue Seite, bei schlechten die weisse Seite. Bei diesem Vorgang spielt die Schärfe keine Rolle, der Autofokus wird bei einer einfarbigen Fläche eh Probleme haben.

  2. Farbtemperaturmessung in Lightroom

    In RAW geht das  etwas einfacher als bei den jpg.`s. Ausserdem bietet mir dies, wenn ich nicht genau an Farbtreue gebunden bin, die Möglichkeit damit zu gestalten.
    Im Modul Entwicklungen nehmt Ihr unter Grundeinstellungen die Pipette und klickt dann auf die Graukarte, die Ihr als Referenz fotografiert habt. Wenn Ihr dann das Bild mit den Bildern, die Ihr einstellen wollt syncronisiert, ist alles perfekt. Die Werte für Temperatur und Tönung merken und manuell übertragen geht auch.

  3. Schätzen der Farbtemperatur

Das ist natürlich eine sehr fragwürdige Methode, doch wenn man keine andere Möglichkeit hat geht das auch.  Aber ich würde dann auf die Kamerainterne Automatik gehen, die wirklich nicht schlecht ist.
Hier eine Tabelle, die ich der Bedienungsanleitung der D750 entnommen habe:

Kunstlicht 3000 K
Natriumdampflampe 2700 K
Warmweißes Licht 3000 K
Weißes Licht 3700 K
Kaltweißes Licht 4200 K
Tageslicht Weiß 5000 K
Quecksilberdampflampe 7200 K
Direktes Sonnenlicht 5200 K
Blitzlicht 5400 K
Schatten 8000 K


 


Naja, ich weiß zwar nicht wie man bei der Angabe „direktem Sonnenlicht“ auf die 5200 K kommt, aber ansonsten soll das ja eine Tabelle zum schätzen sein.

Wenn einer herausgefunden hat ob das direkte Sonnenlicht 12:00 Uhr Mittags gemeint ist oder 21:00 Uhr abends beim Sonnenuntergang schreibt mir bitte eine Mail und eine Ortsangabe.  😉

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Das Titelbild

Noch eine kurze Anmerkung zu dem Titelbild. Dabei handelt es sich um das fertige Bild aus dem Bericht „Belichtungsmessung mit der Graukarte„.
Bei dem Bearbeiten in Lightroom war ich selbst erstaunt, wie genau das Ergebnis der Belichtungsmessung war. Es sind verteilt alle Grauabstufungen zu finden. Das Weiss ist mit Zeichnung und das Schwarz auch. Ich bin mal gespannt wie das ganze ausbelichtet aussieht …
Ausserdem habe ich hier noch den Versuch gemacht, welche Auswirkung der Weissabgleich auf ein S/W Bild hat. Also dafür, dass man den Schieberegler von 2000 K nach 50000K verschiebt passiert reichlich wenig.

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2 Antworten auf „Weissabgleich bestimmen mit der Graukarte / Kamera oder Lightroom“

    1. Hallo Kamkalian,
      ganz einfach:
      Zuerst markierst Du die Bilder, die zusammen bearbeitet werden sollen im Bibliothek Menü.Dann wechselst Du in das Entwickeln Menü. Rechts unten findest Du den Button „Synchronisieren“.Der einfachste Weg ist nun einen auf den Schalter neben dem Synchr.- Button zu klicken und die „Autom. synchr.“ zu aktivieren. Ab jetzt wird jede Änderung an deinem Bild auf alle Bilder übertragen, die du markiert hattest.
      Ein Click in ein nicht hell hinterlegtes Bild beendet dann die Synchronisation und Du kannst in die Einzelbearbeitung wechseln.

      Grüße aus Bonn
      Burkhard Otto

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