Photochemie Teil 1 Negativentwickler selber mischen

Wo bekomme ich meinen Negativentwickler her?

Die Frage tauchte auf als ich vor kurzem eine alte Kamera geschenkt bekommen habe. In der Olympus war noch ein SW- Film eingelegt. Daraufhin erinnerte ich mich daran, dass ich früher meine Entwickler selber ansetzte. Zum Leidwesen meiner Frau, bewahre ich das eine oder andere auf, welches sich aber in diesem Fall gelohnt hat. Denn ich habe noch meine Aufzeichnungen über die Rezepturen. Diese habe ich als Jugendlicher verwendet, um mir meine Entwickler selber zu mischen. Mit der Photochemie hat schließlich dann auch mein Interesse für die Chemie begonnen.
Als ich mit einem Kollegen darüber sprach, wollte dieser direkt auch die Rezepturen haben.
Da offensichtlich ein Interesse an solchen Rezepturen besteht, stelle ich diese nun für alle ohne Garantie zur Verfügung. Doch zuerst ein paar Gefahrenhinweise in der Photochemie.


ACHTUNG !

In dem folgenden Text geht es um Chemikalien. Bei dem Umgang mit solchen Stoffen ist Sicherheit, Umweltschutz und die entsprechende Lagerung zu beachten. Wenn Ihr Euch diese Chemikalien in der Apotheke  besorgt, sprecht mit dem Verkäufer darüber, wie mit den Substanzen umzugehen ist. Ich kann und werde in diesem Blog nicht auf alle Gefahren eingehen. Deshalb empfehle ich nur Personen mit entsprechender Ausbildung und Hintergrundwissen ein solches Projekt in eigener Verantwortung in Angriff zu nehmen.


Das klingt jetzt schlimm, aber ich muss mich da absichern, denn wenn auch der fertige Entwickler relativ harmlos ist, so ist doch die eine oder andere Substanz  in der Reinform nicht ohne.
Gummihandschuhe, Kittel und Schutzbrille trage ich bei solchen Arbeiten immer!
Wenn ich Euch nicht abschrecken konnte geht es nun weiter:

 

Abbildung eines Rezeptes für Negativntwickler
Aufzeichnung über Rezepturen in der Fotochemie

Ja Ihr seht richtig das ist noch mit Schreibmaschine geschrieben. Irgendwo in den Aufzeichnungen von mir steht noch das Datum 1980 und die Rezepturen habe ich von einem Fotomeister, der damals schon in Rente war und mir das Arbeiten in der Dunkelkammer beigebracht hat.

Der Entwickler für Schwarz- Weiß Filme und Papiere:

 

Substanzen in g D- 76 D-8
(Doku)
DK-50 D-163
(Papier)
Metol 2 2,5 2,2
Hydrochinon 5 45 2,5 17
Natriumsulfit (Wasserfrei) 100 90 30 75
Kaliumnatriunhydroxid 37,5
Natriumkarbonat (Wasserfrei) 65
Borax 2 30
Natriummetaborat 10
Kaliumbromid 0,5 2,8
Wasser auf 1 l 1 l 1 l 1 l

In der Photochemie wiegt Ihr die Chemiekalien auf einem Blattpapier ein und nehmt ca. 700 ml Wasser in die Ihr die Substanzen nacheinander gebt. Dabei bitte ständig umrühren, bis sich alles gelöst hat. Ich nehme für solche Arbeiten einen Messzylinder aus Glas und zum Rühren einen Glasstab. Wenn sich alles gelöst hat füllt Ihr bis auf 1000 ml mit Wasser auf. Achja, Eure Waage sollte schon auf eine Nachkommastelle genau sein.

Film Entwicklungszeit
in min. mit
D- 76
Entwicklungszeit
in min. zum Pushen mit
D- 76    1:1 verd.
Pan F 7 min 30 sec. 9 min. 30 sec. (+25 ASA)
FP4 6 min. 7 min. 30 sec. (+100 ASA)
HP5 6 min 30 sec. 8 min 30 sec. (+320 ASA)
Pan X 5 min. 7 min (+25 ASA)
Tri X 8 min. 10 min. (+320 ASA)

Grundsätzlich sollte man Entwickler in Flaschen aufbewahren, die man ähnlich wie eine Ziehamonika zusammenschieben kann um den Luftsauerstoff auszuschließen. Dieser würde mit dem Entwickler reagieren und ihn unbrauchbar machen.

Was ist Pushen?

Man hat ja nicht immer den Film mit der entsprechenden DIN- bzw. ASA- Zahl zur Hand. So habe ich Früher,  je nachdem was ich benötigt habe, schon mal die Filme anders belichtet als es auf der Verpackung steht und dann die Entwicklungszeit verändert. Dies hat aber auch Auswirkung auf die Körnigkeit des Films.

 


Ich schiebe diese kurze Serie Photochemie zwischen, da ich hoffe, das dieses tolle Thema der Fotografie nicht in Vergessenheit geraten soll. Mir hat es als Jugendlicher immer sehr viel Spass gemacht zu sehen, wie beginnend vom unbelichteten Film ein fertigen Bild entstanden ist.
Vieles, was ich dabei gelernt und genutzt habe finde ich auch Heute als Schieberegler in den Programmen zur Bildbearbeitung und bringt mich dort deshalb auch oft intuitiv zum gewünschten Ergebnis.


 

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