Panoramafotografie Anleitung und Tipps

Panoramafotografie

Nein es geht nicht um Umweltverschmutzung sondern um Panoramafotografie in diesem Bericht. Auch wenn das Titelbild eher danach aussieht. Doch dazu später.
Wie Ihr einfach aus einzelnen Fotos ein großes beeindruckendes Panoramabild in guter Qualität  erstellen könnt und Tipps, die bei der Aufnahme wichtig sind könnt Ihr in diesem Bericht finden.

Die verschiedene Möglichkeiten ein Panoramafoto zu erstellen

 

  • Panoramamodus beim Handy

Ich nutze auch ab und zu das IPhone mit seiner eingebauten Panoramafunktion. Nun wenn ich mir das Ergebnis so auf dem Handy anschaue, ist das gar nicht so schlecht. Doch bei genauer Betrachtung ist es oft sehr komisch zusammengesetzt. Gerade wenn sich etwas im Bild bewegt oder die Kamera unglücklich bewegt wird. Auf Handydisplaygröße fällt das nicht auf, vergrößern sollte man das aber besser nicht.

Panoramafoto Iphone
Panoramafoto Iphone
Panoramafoto Iphone Ausschnitt
Panoramafoto Iphone Ausschnitt

Vergleichen tue ich das immer ganz gerne mit dem Besuch bei einer Burger Kette. Wenn man ab und zu dort isst schmeckt es und man ist kurz satt. Aber wird man sich gerade an dieses Menü auch noch in einem Jahr erinnern? An ein Essen in einem Feinschmeckerrestaurant hingegen schon. Deshalb…

 

 

  • Panorama mit der Spiegelreflexkamera

Das einfachste ist, Ihr nehmt ein großes Weitwinkel und schneidet oben und unten das Bild auf ein Panoramaformat zurecht. Das ist aber mit erheblichen Datenverlusten behaftet. In dem Fall kommt es halt darauf an wofür Du das Bild verwenden willst.

Panoramafotografie
Panoramafotografie
  • Analoge Panoramafotografie

Eine Panoramakamera zu nehmen, die direkt in dem Format aufnimmt ist sicher die einfachste Form der Panoramafotografie. Die einzige Kamera, die mir einfällt und noch produziert wird ist die Technorama von Linhof. (ein Traum den ich mir leider nicht leisten kann)

  • Ein Panorama aus mehreren Bildern

So und nun wird es interessant: ein Panoramabild erstellen aus mehreren Einzelbildern Hoch- oder Querformat. Diese werden dann durch stitching am Rechner zu einem Bild zusammengeführt. Durch diesen Schachzug erhaltet Ihr natürlich die Möglichkeit zu Bildern mit einer sehr hohen Qualität bzw. Auflösung zu kommen. Es gibt sogar mehrzeilige Panoramen, bei denen nicht nur in einer Zeile horizontal, sondern auch in der Vertikalen mehrere Bilderzeilen aufgenommen werden. Schaut Euch hierzu mal auf London Gigapixels.com an, wie weit man in ein solches Panorama zoomen kann.

Das Shooting

Bei meinem Titelbild handelt es sich um ein Foto der Salinen in der Camargue. Auf den ersten Blick macht es den Eindruck als ob giftige Chemikalien das Wasser verfärbt haben,  jedoch ist dort ein Naturschutzgebiet und die rötliche Verfärbung des Wassers ist auf das Konzentrieren der Algenanteile im Wasser zurückzuführen. Also ein ganz natürlicher Prozess, bei dem sich das Wasser auch schon mal lila oder wie hier rötlich färben kann. Um zu der von mir gewünschten Bildaussage zu kommen, die die Weitläufigkeit der Salinen wiederspiegelt hatte ich mich entschlossen das Panoramaformat zu wählen.

Da bei dem Bild nichts im Vordergrund ist, was zu einem Paralaxenfehler führen kann, habe ich mich zu der einfachen Variante entschieden das Panorama zu erstellen.

Hierbei verwende ich ein Einbeinstativ, mit einer kleinen Wasserwaage auf dem Blitzschuh der Kamera. Vor Beginn der Aufnahmen ermittle ich die Belichtung und stelle die Schärfe für das geplante Bild manuell ein. Ein kurzer Blick auf die Wasserwaage und Click. Dann grob auf eine Überlappung der Bilder von ca. 1/3 achten. Dabei nehme ich das Gitter in meinem Sucher als Hilfe. Um ein Panorama mit einem höheren Bildausschnitt zu erhalten, ist es sinnvoll die Kamera ins Hochformat zu bringen. Ich habe dieses Bild aber nicht im Hochformat aufgenommen.

Panoramafoto Salinen
Panoramafoto Salinen

Panorama mit Nodalpunktadapter für den Feinschmecker 

Oben sprach ich über den Parallaxenfehler, der entstehen kann, wenn man Objekte im Vordergrund hat und welche die weiter entfernt sind. Diesen Fehler kann man durch einen Nodalpunktadapter eliminieren.
Darauf werde ich in einem späteren Bericht eingehen, da ich hier den einfachen Weg beschreiben wollte. Hier ein Bild für einen Kunden, bei dem ich einen solchen Adapter einsetzen musste:

Panoramafoto mit Nodalpunktadapter
Panoramafoto mit Nodalpunktadapter erstellt

Die 7 wichtigsten Punkte, die bei der Panoramaufnahme beachtet werden sollten:

  1. Den Autofokus auf manuell stellen. Das führt zu einem gleichmäßigen Tiefenschärfeverlauf im Bild.
  2. Die Kamera am besten mit einer Wasserwaage ausrichten. Ansonsten kann man nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Endergebnis wählen, da man den Horizont ja waagerecht haben möchte.
  3. Die Belichtungsmessung ermitteln und manuell für das ganze Bild vorgeben. In meinem Bericht über die Graukarte findest du erklärt, wie man einfach eine Lichtmessung durchführt, die hier zu den besten Ergebnissen führt.
  4. Sollten bewegte Objekte im Bild sein, wie z.B. Fahrzeuge ist es sinnvoll entgegen der Bewegungsrichtung zu fotografieren. Ansonsten kann es passieren, dass ein Objekt mehrfach im Panoramabild zu sehen ist.
  5.  Am Ende und am Anfang der Fotoserie für das Panorama macht Ihr ein Foto bei dem Ihr Eure Finger vor das Objektiv haltet. So könnt Ihr im Nachhinein genau erkennen, wo auf der Speicherkarte die Panoramafotos sind.
  6. Bei der Verwendung von Zoomobjektiven auf keinen Fall in einer Serie die Brennweite verstellen (Zoomen). Die Software kann das Bild nicht mehr zusammensetzen.
  7. Bei Panoramen mit Objekten im Vordergrund, ist ein Nodalpunktadapter erforderlich. Auch sonst ist dies zu empfehlen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Fotos  mit Adobe Lightroom® Stitchen

Ich denke mit Lightroom habt ihr die einfachste Möglichkeit an gestitchte Panoramabilder zu kommen, wenn die Fotos gut gemacht worden sind. Mit einer anderen Software z.B. PT- Gui hat man viel mehr Möglichkeiten und kommt auch evtl. an bessere Ergebnisse, jedoch ist auch die Bedienung aufwendiger. Wenn ihr für den Anfang die Punkte 1 bis 7 beachtet reicht das zur Erstellung von einreihigen Panoramen mit LR vollkommen aus. Wenn ich einen Nodalpunktadapter verwende, habe ich mit Lightrom noch nie ein Problem gehabt.

Das ist dann schon der einfache Part bei der Panoramafotografie.
Ihr ladet die Bilder in Lightroom und markiert die Bilder, die Ihr für das Panorama auswählen wollt. (Schift & Links Click).

Bilder Stitchen Auswahl
Bilder Stitchen Auswahl

Der nächste Schritt ist dann einen rechts click auf die ausgewählten Bilder zu setzen. In dem aufgepumpten Menue wählt Ihr dann „Zusammenfügen von Fotos“ → Panorama.

Bilder Stitchen
Bilder Stitchen

Schon seid Ihr fast am Ziel…

Bilder Stitchen 2
Bilder Stitchen 2

Ein Click auf Zusammenfügen und schon ist das Panorama fertig.


Über ein Feed back in den Kommentaren freue ich mich und vergesst nicht Euch bei dem Newsletter einzutragen. Im nächsten Bericht gehe ich dann auf den Nodalpunktadapter ein.

 

 

 


 

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